Where is my mind?

Nach wirklich so langer Zeit möchte ich mich mal wieder mit einem Blogeintrag meinerseits melden. Es tut mir wirklich Leid, dass ich in diesem Punkt so unzuverlässig bin. Ich versuche, seit ich hier angekommen bin, mich diesbezüglich zu bessern, jedoch erreiche ich nur das Gegenteil, je mehr Zeit verrinnt.

Ich weiß nicht, wer von euch das nachvollziehen kann; mir fällt es einfach unglaublich schwer, von meinem Leben zu berichten, das so komplett anders ist als das, dass ich in Deutschland gelebt habe. Ich kann nicht mal sagen, was genau den Unterschied ausmacht. Eigentlich ist es lediglich das Lebensgefühl. Die Zeit läuft anders, und ich werde anders; durch andere Reize, Menschen und ein komplett anderes Umfeld, beeinflusst.


Es ist so besonders, jeden Tag so viel von den Muchachos zu lernen. Ich sehe jeden Tag so viel Liebe um mich herum, und ich wünsche mir immer, ich könnte all diese Eindrücke in mich aufnehmen, alle auf einmal, um sie für immer in meinem Gedächtnis und meinem Herz aufzubewahren. Natürlich kann ich das nicht alles auf einmal fassen, jedoch jeden Tag werde ich dadurch mehr bereichert.

Ich habe mich schon so oft mit der Frage auseinandergesetzt, wie ich genau das beschreiben kann. Wie kann ich es erreichen, dass ihr das versteht, was ich ausdrücken möchte? Ich kann keine Gefühle übertragen; wie aber, sollt ihr dann das nachvollziehen können, was ich empfinde? Vielleicht sollte ich mich dem Verstehen eurerseits meiner Situation und meiner Gefühle zufrieden geben.


Ein anderer großer Teil meines Glücks macht die Gastfamilie aus, in der ich momentan lebe. Ich habe 12 Geschwister im Alter von drei bis 26 Jahren. Gerade in den letzten drei Wochen habe ich auch das Gefühl gewonnen, richtig in der Familie angekommen zu sein. Das Besondere ist, dass mir wirklich alle Familienmitglieder das Gefühl geben, dass sie gerne Zeit mit mir verbringen, sich gerne mit mir unterhalten und ernsthaft interessiert an mir und meiner Persönlichkeit sind. Auch hier kann ich viel von ihnen lernen; wieder einmal den Umgang mit Liebe. Ich kann jeden Tag, den ich mit meiner Familie verbringe, nur darüber staunen und mich daran erfreuen wie liebevoll, herzlich und aufgeschlossen, diese Familie ist.

Dadurch dass meine Familie in einem weniger wohlhabenden Barriowohnt, als das in dem sich die Fundaciónbefindet, lerne ich Medellín von einerganz anderen Perspektivekennen. Man kann sich das kaum vorstellen, aber hier unterscheiden sich die einzelnen Stadtteile viel stärker als man das aus Deutschland gewohnt ist. Dadurch, dass sich in meinem Barriodie Menschen nicht durch Reichtum definieren und sich selbst nicht das Gefühl geben sich anderen gegenüber profilieren zu müssen, in dem sie in prunkvollen Häusern wohnen oder große Autos kaufen, ist das Gemeinschaftsgefühl viel stärker und die Menschen sind um Welten aufgeschlossener und herzlicher.

Auf der anderen Seite sehe ich dafür nicht zu selten elfjährige Jungs auf dem Motorrad alleine ohne Helm herumfahren. Armut kann zwar solche Probleme verursachen, dadurch, dass die Eltern nicht genügend Zeit neben der Arbeit haben um ihre Kinder zu erziehen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Andererseits, geht es schließlich um die Liebe zwischen Eltern und Kindern und diese sollte doch unabhängig von der finanziellen Situation der Familie betrachtet werden.

Nach wirklich so langer Zeit möchte ich mich mal wieder mit einem Blogeintrag meinerseits melden. Es tut mir wirklich Leid, dass ich in diesem Punkt so unzuverlässig bin. Ich versuche, seit ich hier angekommen bin, mich diesbezüglich zu bessern, jedoch erreiche ich nur das Gegenteil, je mehr Zeit verrinnt.

Ich weiß nicht, wer von euch das nachvollziehen kann; mir fällt es einfach unglaublich schwer, von meinem Leben zu berichten, das so komplett anders ist als das, dass ich in Deutschland gelebt habe. Ich kann nicht mal sagen, was genau den Unterschied ausmacht. Eigentlich ist es lediglich das Lebensgefühl. Die Zeit läuft anders, und ich werde anders; durch andere Reize, Menschen und ein komplett anderes Umfeld, beeinflusst.


Es ist so besonders, jeden Tag so viel von den Muchachos zu lernen. Ich sehe jeden Tag so viel Liebe um mich herum, und ich wünsche mir immer, ich könnte all diese Eindrücke in mich aufnehmen, alle auf einmal, um sie für immer in meinem Gedächtnis und meinem Herz aufzubewahren. Natürlich kann ich das nicht alles auf einmal fassen, jedoch jeden Tag werde ich dadurch mehr bereichert.

Ich habe mich schon so oft mit der Frage auseinandergesetzt, wie ich genau das beschreiben kann. Wie kann ich es erreichen, dass ihr das versteht, was ich ausdrücken möchte? Ich kann keine Gefühle übertragen; wie aber, sollt ihr dann das nachvollziehen können, was ich empfinde? Vielleicht sollte ich mich dem Verstehen eurerseits meiner Situation und meiner Gefühle zufrieden geben.


Ein anderer großer Teil meines Glücks macht die Gastfamilie aus, in der ich momentan lebe. Ich habe 12 Geschwister im Alter von drei bis 26 Jahren. Gerade in den letzten drei Wochen habe ich auch das Gefühl gewonnen, richtig in der Familie angekommen zu sein. Das Besondere ist, dass mir wirklich alle Familienmitglieder das Gefühl geben, dass sie gerne Zeit mit mir verbringen, sich gerne mit mir unterhalten und ernsthaft interessiert an mir und meiner Persönlichkeit sind. Auch hier kann ich viel von ihnen lernen; wieder einmal den Umgang mit Liebe. Ich kann jeden Tag, den ich mit meiner Familie verbringe, nur darüber staunen und mich daran erfreuen wie liebevoll, herzlich und aufgeschlossen, diese Familie ist.

Dadurch dass meine Familie in einem weniger wohlhabenden Barriowohnt, als das in dem sich die Fundaciónbefindet, lerne ich Medellín von einerganz anderen Perspektivekennen. Man kann sich das kaum vorstellen, aber hier unterscheiden sich die einzelnen Stadtteile viel stärker als man das aus Deutschland gewohnt ist. Dadurch, dass sich in meinem Barriodie Menschen nicht durch Reichtum definieren und sich selbst nicht das Gefühl geben sich anderen gegenüber profilieren zu müssen, in dem sie in prunkvollen Häusern wohnen oder große Autos kaufen, ist das Gemeinschaftsgefühl viel stärker und die Menschen sind um Welten aufgeschlossener und herzlicher.

Auf der anderen Seite sehe ich dafür nicht zu selten elfjährige Jungs auf dem Motorrad alleine ohne Helm herumfahren. Armut kann zwar solche Probleme verursachen, dadurch, dass die Eltern nicht genügend Zeit neben der Arbeit haben um ihre Kinder zu erziehen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Andererseits, geht es schließlich um die Liebe zwischen Eltern und Kindern und diese sollte doch unabhängig von der finanziellen Situation der Familie betrachtet werden. Trotzdem sehe ich diese Kinder nur in meinem Barrio, und nicht in dem der Fundación. Und noch immer kann ich nicht Armut und das Fehlen von Zuneigung der Eltern ihren Kindern gegenüber in Verbindung bringen.

Was macht nun den Unterschied?

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Mein Lebenszeichen...

Ich bin jetzt seit über einem Monat in Kolumbien, und die Zeit fliegt an mir vorbei. Ich habe das Gefühl in ein Raum ohne Zeit gefallen zu sein, für mich spielt sie eine untergeordnete Rolle, allerdings kann ich nicht sagen, woran ich das festmache; ich fühle mich als wäre ich gleichzeitig eben erst angekommen und schon seit Ewigkeiten hier.

Es ist gar nicht so leicht, aus meinem Leben zu berichten, und das dem Internet mitzuteilen, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen und aufhören soll...Ich fühle mich hier einfach so wunderbar wohl und bin unfassbar glücklich. Ich hoffe ich schaffe es, euch durch diesen Block wenigstens in Ansätzen das Glück zu vermitteln, in dem ich momentan schwebe.


Über die Einrichtung erfahrt ihr am besten mehr über den Menüpunkt „über die Einrichtung“, den wir bald einrichten werden. Aber kurz werde ich euch trotzdem, die Fundación beschreiben, damit ihr einen Eindruck gewinnen könnt...

Ich arbeite in dem Salon „telares“ (Weben), er befindet sich mit der Schreinerei im gleichen Raum. Den Morgen beginnen wir immer gemeinsam mit einem Gedicht, und der Bewegung des Planeten, der uns an dem jeweiligen Tag begleitet. Danach beginnt die Arbeit in dem zwei Salóns. Diese besteht meist aus Weben, Bänder knüpfen und Nähen. Nach der Mittagspause arbeiten die zwei Werkstätten zusammen. Montags arbeiten wir mit Zeitungspapier, dienstags ist Buchbinden donnerstags zeichnen wir verschiedene Körper mit Kohle.

Mittwochs ist immer eine Lehrerbesprechung, an der wir auch teilnehmen und freitags ist Chor für alle Muchachos. Letzten Freitag haben wir schon angefangen, Weihnachtslieder zu üben; das war ein sehr merkwürdiges Gefühl: im September, in Kolumbien, Weihnachtslieder zu singen...

Mir gefällt es jedenfalls sehr sehr gut in meinem Salón, die Gruppe ist sehr harmonisch und herzlich!


Es sind bis jetzt schon auch einige Wochenenden vorübergegangen, an denen wir mehr oder weniger viel unternommen haben.

Zu Beginn wurden wir von der Familie eines Muchachos auf eine Finca eingeladen. Die Familie besitzt insgesamt sechs Fincas, und dementsprechend reich war auch diese Finca gehalten. Wir waren dort mit allen Lehrern, und haben den ganzen Tag im Pool und in der Sonne gelegen und nichts getan.

Das Wunderbare ist; sobald man hier in die Umgebung fährt, wird man von der atemberaubenden Schönheit der kolumbianischen Natur erwartet.

An einem anderen Wochenende waren Sven, Lydia, Charlotte und ich mit Julian, einem Freund der letzten Freiwilligen, in Barbosa wandern. Wir sind eine Stunde an einen Fluss gewandert, haben dort eine Hängematte und eine Slackline aufgehängt und ein Feuer gemacht. Wir haben lecker gegessen (unter anderem haben wir Kochbananen mit der Schale in das Feuer gelegt, dann aufgeschnitten und mit Käse und Guayaba, einer Süßigkeit aus Frucht und jeder Menge Zucker, gefüllt) und konnten in den Wasserfällen des Flusses klettern und baden.

Letztens waren wir auf unserem ersten Reggae- und Ska-Konzert, es war wirklich schön! Wir haben so exzessiv die Musik gefeiert, dass beide meine Schuhe bei dem Konzert kaputt gegangen sind!


Endlich habe ich es geschafft, meinen ersten Blogeintrag zu schreiben! Schreibt mir einfach, wenn ihr Fragen an mich habt, ich berichte gerne noch mehr!

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